In der letzten Sitzung des Gemeinderates am 15.5. wurde der Antrag der SPD-Fraktion zum Bienen/Insektenschutz angenommen. Zukünftig entwickelt die Gemeinde ein Pflegekonzept für öffentliche Grünflächen. Es wird weniger oft gemäht, das Mähgut wird entfernt, um den dafür notwendigen Magerboden zu gewinnen. Auch die privaten Gartenbesitzer sollen aufgefordert werden, ihren Rasen nicht mehr so oft zu mähen und die Wiesenblumen wachsen zu lassen.
Der Antrag im Wortlaut:Angesichts der Tatsache, dass das Bienen- und Insektensterben inzwischen erschreckende Ausmaße angenommen hat, (in Bayern ist ein Zehntel der heimischen Schmetterlingsarten ausgestorben), stellen wir folgenden Antrag:

Entwicklung und Umsetzung eines ökologisch sinnvollen Pflegekonzepts für öffentliche Grünflächen und Straßenränder in der Gemeinde Berg.

1. speziell ausgewählte öffentliche Grünflächen, die nicht Liege- oder Spielwiesen sind, werden nur zweimal im Jahr (zu einem ökologisch sinnvollen Zeitpunkt) gemäht und das Mähgut abtransportiert. 2. Büsche sind nur dort zu beschneiden, wo dies für die Verkehrssicherheit notwendig ist oder Aspekte der Landschaftsgestaltung und Optik (Sichtschneisen) das sinnvoll erscheinen lassen. 3. Gewässerränder und Uferbereiche, die bei der Pflege in die Zuständigkeit der Gemeinde fallen, werden ebenfalls in das ökologische extensive Pflegekonzept integriert 4. Teile der Flächen können, wo sinnvoll, so gestaltet werden, dass neuer Lebensraum bspw. für Insekten und Spinnentiere geschaffen wird, z.B. durch Steinwälle, Totholzhaufen etc. 5. Straßenränder, (Straßenbegleitgrün) und Verkehrsinseln sollen mit einer speziellen Wildblumenmischung bepflanzt und höchstens zweimal pro Jahr gemäht und das Mähgut abtransportiert werden. 6. Die oben genannten Aspekte sollen mittelfristig in einem ökologischen Grünflächenkonzept festgeschrieben und weiterentwickelt werden. 7. Die zuständigen Mitarbeiter/innen (Bauhof) sollen von den Erfahrungen der Gemeinden, die entsprechende Konzepte bereits umgesetzt haben (z.B. Starnberg, Gauting, Seefeld, Andechs) profitieren. 8. Private Gartenbesitzer und Landwirte sollen auf das oben beschriebene Konzept der Gemeinde hingewiesen und angeregt werden, (z.B. auf der website der Gemeinde, in Betrifft: Berg, in der Bürgerversammlung) nach ihren Möglichkeiten einen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten.
9. Der Gemeinderat möge sich zunächst inhaltlich mit dem Thema beschäftigen, indem er einen Fachmann/Praktiker zu dem Thema in eine Sitzung einlädt. Die Auswahl entsprechender Flächen, die für die Umsetzung in Frage kommen, wird in Abstimmung mit dem Bauhof vorbereitet. Das Ergebnis wird dem Gemeinderat zeitnah vorgelegt.

Begründung:
In einigen Gebieten Deutschlands sind die Insekten bis zu 80% des Bestandes zurückgegangen. In Bayern ist ein Zehntel der heimischen Schmetterlingsarten bereits ausgestorben. Mit den Insekten geht auch die Population der Vögel zurück. Für Wildnis und unberührte Natur gibt es in unserem Gemeindegebiet u.a. auch durch die rege Bautätigkeit und Flächenversiegelung noch nur wenig Raum. Es gibt gute ökologische Gründe, warum wir in unserer Gemeinde mehr Natur zulassen sollten:

Artenvielfalt: Wiesen und Wegränder sind unterschiedliche Biotope – wie Feuchtwiese, Trockenrasen, Fettwiese etc. – und bieten vielen (auch gefährdeten) Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Besonders für Bienen sind blühende Wiesen und Wegränder wichtig.

Vielfalt und Schönheit unserer Ortschaften: Lebendiges Grün, bewachsen von bunten Blumen, ist ein optischer Ausgleich zum Grau der Asphaltstraßen und von versiegelten Flächen und Steinbauten, die unsere Ortschaften dominieren. Die Ortsteile gewinnen durch bunte Wegränder und Flächen, wie viele Beispiele zeigen (Murnau, Germering, Haar,…..). Auch die Kinder und Jugendlichen unserer Kitas und Schulen und könnten im Rahmen von Projekten die Natur in der Gemeinde besser kennenlernen, begreifen und erleben.

Schutz vor Hochwasser und Dürre: Lebendige Wiesen können mehr Wasser aufnehmen und länger Wasser speichern als Rasenflächen, die verdichtete Böden durch Maschineneinsatz aufweisen.

Energieeinsparung: Ein eingeschränkter Maschineneinsatz spart Kraftstoff und Verschleiß

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